Am heutigen Tag wurde uns in einem Trägergespräch im Amt für Jugend und Familie offiziell mitgeteilt, dass das medienpädagogische Projekt für Kinder und Jugendliche ab dem Jahr 2010 komplett gestrichen werden soll. Als Grund werden die Sparmaß-nahmen der Stadt Chemnitz angegeben, zu denen das Jugendamt beitragen müsse. An der Qualität der Arbeit im Projekt gebe es laut Jugendamt nichts auszusetzen.
Mit der Schließung des Projektes würde die 30-Stunden-Stelle des Projektleiters wegfallen und damit die komplette medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei Radio T.
Das medienpädagogische Projekt “AIRPLAY” für Kinder und Jugendliche gibt es bei Radio T seit Mitte der 1990er Jahre. Seit dem Jahr 2000 wurde die Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen durch das Amt für Jugend und Familie mit Zuschüssen gefördert. Obwohl es seit mehreren Jahren steigende Nutzerzahlen gibt, wurde eine jedes Jahr aufs Neue beantragte Vollzeitstelle nie für förderfähig befunden. Während im Jahr 2008 insgesamt 835 Teilnehmer die Angebote des Projektes nutzten, waren es allein im ersten Halbjahr 2009 schon 622 Teilnehmer.
Zu den Angeboten im Projekt zählen z. B. Projekttage mit Schulen, Betreuung von Schulradios, Radio-Ferienkurse für verschiedene Altersgruppen, redaktionelle Schulpraktika sowie Kinder- und Jugendredaktionen. Das Besondere am Projekt ist, dass alle Beiträge und Sendungen bei Radio T gesendet werden. Ein Sendeplatz dafür ist die monatliche Sendung “Mikrowelle”, in der die Beiträge von Projekttagen oder aus den Ferienkursen mit Moderation und Musik über den Sender gehen. Diese in Chemnitz einmalige Möglichkeit wird es bei einer Schließung jedoch auch nicht mehr geben.
Wir haben uns entschieden gegen die Schließung des Projektes ausgesprochen. Bedenklich ist aus unserer Sicht neben den oben genannten Tatsachen die Kürze der Fristen, die uns nicht ausreichend Gelegenheit für Auffangmaßnahmen lässt. Auffällig an dieser geplanten Schließung ist außerdem, dass mit diesem Projekt neben dem Jugendmedienzentrum “Bumerang” des SWF e. V. ein weiteres medienpädagogisches Projekt sowie zwei Projekte der Gewaltprävention komplett gestrichen werden sollen. Zirka drei Viertel der geplanten Einsparungen des Jugendamtes betreffen damit im Jahr 2010 den Bereich des Kinder- und Jugendschutzes. Dieses Vorgehen des Amtes für Jugend und Familie kann so nicht hingenommen werden und bedarf dringend einer ernsthaften Nachfrage und Diskussion in den entsprechenden Gremien.
Vorstand Radio T e. V. Heiko Loth /Projektleiter

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