CFC-Fans für Chemnitz

Sehr geehrte Stadträte,

wie Sie wissen, wird die Grundsatzerklärung zum neuen Stadion erneut beraten werden und wir möchten Sie bitten, besonders auf die Einbindung des CFC und seiner Fans hinzuwirken. Kein anderes Zweitliga-Stadion ist zu 100% von der Kommune finanziert worden und so gilt es unseres Erachtens in diesem Fall nicht nur bezüglich der Finanzierung, sondern auch in der breiten Einbindung des Projektes in die Stadt als Ganzes neue Wege zu beschreiten.

Die geplante vertragliche Situation einer festgelegten, kostendeckenden Zahlung macht es wahrscheinlich, dass Eigenleistungen beim Stadionbau (wie z.B. beim FC Union Berlin mit 140.000 Arbeitstunden) keine große Rolle spielen werden. Durch die Schwarz-Weiß-Kampagne ist ein zu einem tiefen Graben zwischen den Menschen in dieser Stadt gekommen. Die Reduktion der komplexen Fragestellung auf ein Dafür-oder-Dagegen hat manche, durchaus sinnvolle Grautöne verschwinden lassen. Einen Vorschlag möchten wir Ihnen präsentieren, der stellvertretend für viele denkbare Möglichkeiten der Beteiligung steht. Dessen Umsetzung wäre ein Zeichen für einen großen Teil der Einwohner und Einwohnerinnen dieser Stadt, dass es ein WIR in dieser Stadt gibt, welches Großprojekte wie ein Stadion oder auch andere als gemeinsame Aufgaben begreift. Aufgaben, die zusammen und nicht gegeneinander gelöst werden können und müssen.

Stellen Sie sich folgendes vor:
Die GGG vermietet das Stadion direkt an den CFC, dafür gibt es ein mit jährlich bis zu 2 Mio. gefördertes Programm der Stadt, welches heißt: “CFC-Fans für Chemnitz”, dabei werden Stunden in gemeinnützigen Institutionen geleistet, die mit einem bestimmten Betrag abgegolten werden, z.B. 20 €/h. Dieses Geld geht aber nicht an die Leute, die arbeiten ehrenamtlich, sondern an den CFC. Der sammelt die Arbeitsbestätigungen und reicht für den vollen Betrag 100.000 bestätigte Arbeitsstunden ein. Bei über 20.000 Unterschriften, oder sagen wir realistischerweise 5.000 Unterstützern bedeutet das 20 h pro Jahr, von denen wahrscheinlich schon jetzt (ohne dieses Programm) einige geleistet werden. Bei ca. 240.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und über 20.000 Unterschriftsleistungen für das Stadion, erscheint uns eine Eigenleistung von 100.000 Stunden pro Jahr durchaus als realistisch. Mindestens als ergänzendes Programm.

Als Dachverband hat das Netzwerk für Kultur und Jugendarbeit einen guten Draht zu den Trägern in dieser Stadt und spürt allerorten zumindest Unverständnis ob der legéren Haushaltspolitik der Stadt. Das vorgeschlagene Programm wäre machbar und würde den vielen vom EKKO betroffenen gemeinnützigen Einrichtungen zeigen, dass die Stadt auch sie nicht im Regen stehen lässt. Außerdem bände ein solches Programm die Unterstützer des Stadions aktiv und verbindlich mit ein. So könnte der soziale Frieden wiederhergestellt werden, der durch den Prozess um das neue Stadion empfindlich gestört wurde. Und wer weiß, vielleicht erschließt das dem CFC völlig neue Zuschauergruppen und dem gemeinnützigen Engagement neue Freiwillige.

1 Antworten to “CFC-Fans für Chemnitz”


  • Warum nur CFC-Fans?

    Wenn schon so eine Idee, dann eine die alle Chemnitzer einbindet.
    Als Anreiz kann man ja kleine Vergünstigungen bei kommunalen Abgaben in Aussicht stellen. Die können ja dann von CFC-Fans zum Beispiel auf die Stadionmiete umgeschrieben werden!

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